Mehr Leitungen und neue Stecker bringen bis zu 300 MByte/s
Die Spezifikation 1.0 für USB 3.0 liegt nach jahrelanger Entwicklung auf dem Tisch - und bringt einige Überraschungen. Optische Kabel, noch vor einem Jahr geplant, sind out, dafür gibt es neue Stecker. Die verzehnfachte Geschwindigkeit erkauft sich der neue Standard über eine leicht eingeschränkte Kompatibilität.
Keine andere digitale Schnittstelle hat eine Überarbeitung so dringend nötig wie das im Jahr 2000 eingeführte USB 2.0. Je nach Qualität der Geräte erreicht der "Universal Serial Bus" derzeit Nettoübertragungsraten von bis zu 35 Megabyte pro Sekunde. Auch Standardfestplatten, wie sie in Mittelklasse-PCs verbaut werden, schaffen aber inzwischen das Dreifache.
Zwar stehen für schnelle Massenspeicher mit eSATA und Firewire Alternativen bereit, Geräte mit diesen Anschlüssen sind aber bei weitem nicht so verbreitet wie die über 6 Milliarden im Umlauf befindlichen USB-Devices. Selbst Apple, jahrelanger Verfechter von Firewire, hat diese Schnittstelle bei seinem neuen MacBook wegrationalisiert Dafür finden sich inzwischen selbst an professionellen Digitalkameras auch USB-Schnittstellen, nicht mehr nur Firewire.
Einen USB-Anschluss hat heute nicht nur PC-Zubehör, selbst die Vereinigung der Handynetzbetreiber hat bereits einen USB-Port für alle Mobiltelefone gefordert. Die Notwendigkeit, über einen unkomplizierten Anschluss große Datenmengen zu übertragen, ist in Zeiten von Megapixel-Kameras im Handy und Autoradios mit USB-Anschlüssen vom Lebensmitteldiscounter allgegenwärtig.
Neben der nach heutigen Maßstäben schmalen Bandbreite stellt USB 2.0 aber vor allem für mobile Geräte durch seine hohe Leistungsaufnahme ein Problem dar. So verfügt beispielsweise Nokias N95, 2007 noch ein High-End-Smartphone, über einen Mini-USB-Port. Dieser ist jedoch nur nach "USB 1.1 FullSpeed" ausgeführt und überträgt magere 1,1 Megabyte pro Sekunde. USB 2.0 ist durch seine ständige Abfrage ("Polling"), ob ein Gerät noch verbunden ist, für mobile Geräte zu stromhungrig. Das Polling reduziert zudem die Bandbreite. Ausnahmen von mobilen Geräten mit USB 2.0 bestätigen hier wie so oft die Regel.
Neben mehr Bandbreite stand bei der Entwicklung von USB 3.0 folglich vor allem eine Renovierung der elektrischen Architektur und damit auch der Übertragungsprotokolle auf der Agenda.
Ursprünglich hatte Intel USB erfunden und 1997 in eigenen Chipsätzen angeboten. Da zu dieser Zeit mit einer Vielzahl serieller und paralleler Schnittstellen aber genug Alternativen zur Verfügung standen, wurde die Abkürzung von Spöttern häufig als "Useless, Senseless, Brainless" buchstabiert. Das lag auch daran, dass die ersten USB-Controller der CPU einen Hauptteil der Arbeit beim Bearbeiten der Übertragungsprotokolle aufbürdeten und Single-Core-Prozessoren um 200 MHz regelrecht ausbremsen können. Mit heutigen Mehrkern-CPUs weit jenseits von 2 GHz und mit neuen Architekturen fällt die Belastung durch USB-Transfers kaum noch ins Gewicht.
Erst als Intel den Standard offen legte und das "USB Implementors Forum" (USB-IF) ins Leben rief, an dem sich auch andere Chiphersteller beteiligen konnten, kam Schwung in die Sache. Zwar ist auch heute noch Intel im USB-IF federführend, der Vorsitzende des Konsortiums, Jeff Ravencraft, ist Direktor bei Intel. An der Spezifikation 1.0 für USB 3.0 waren jedoch neben Intel auch HP, Microsoft, NEC, ST-NXP Wireless und Texas Instruments beteiligt.
Im September 2007 erwähnte Intel USB 3.0 das erste Mal auf seinem "Intel Developer Forum" (IDF). Das Unternehmen zeigte damals ein unscharfes Bild eines USB-Steckers vom Typ A mit zwei zusätzlichen optischen Leitungen. Die Spezifikation wurde noch für das erste Halbjahr 2008 versprochen, doch sie erschien erst im November 2008.
Dazwischen gab es allerlei Hickhack zwischen Intel und anderen Chipherstellern wie AMD und Nvidia. Die Konkurrenten warfen dem Marktführer vor, wesentliche Teile des Designs geheim zu halten, um sich einen Vorteil beim Marktstart von USB 3.0 zu sichern. Durch wachsenden Druck erschien im August 2008 eine Version 0.9 der Spezifikation.
Seitdem, und auch in der endgültigen Version 1.0 der Designunterlagen, ist von optischen Verbindungen nicht mehr die Rede. Auf Anfrage teilte Jeff Ravencraft nun auch klar mit: "USB 3.0 ist eine Lösung auf der Basis von Kupfer" - also ganz herkömmlichen Kabeln.
Das verwundert nicht, sind doch Lichtwellenleiter mit Ausnahme des "optischen Digitalausgangs" (S/P-DIF) an Audiogeräten im Consumerumfeld nicht verbreitet. S/P-DIF besteht nur aus einer Glasfaser, die zwei für USB 3.0 wären doppelt so fehleranfällig. Zudem trägt man ein S/P-DIF-Kabel, anders als die Handyverbindung, selten zusammengerollt mit sich herum.
Statt zwei Glasfasern sind für USB 3.0 neben den vier Leitungen von USB 2.0 vier zusätzliche Leitungen in einem Kabel vorgesehen. Über diese vier neuen Verbindungen wird eine differenzielle Signalübertragung abgewickelt. Anders als bei USB 2.0 kann jedes dieser Adernpaare gleichzeitig senden oder empfangen. Es gibt also zu jeder Zeit eine Verbindung mit voller Bandbreite in beide Richtungen.
In den Zeichnungen aus der Spezifikation sind diese zwei Adernpaare als "Shielded Differential Pair" (SDP) bezeichnet. Wie der Name sagt, müssen sie paarweise abgeschirmt sein, für die USB-2.0-Leitungen ist das nicht nötig. Das gesamte Kabel muss zudem nochmals ummantelt sein, was bei USB 2.0 noch optional war - gute Verbindungen verfügen aber auch schon heute über diese Abschirmung.
Kabel für USB 3.0 werden also deutlich komplexer und damit anfangs wahrscheinlich teurer als solche für USB 2.0. Auch der Qualität der Strippen kommt mehr Bedeutung zu. Die Unterlagen für USB 3.0 sagen nämlich ausdrücklich: "Diese Spezifikation gibt die Länge der Kabel nicht an. Ein Kabel für USB 3.0 kann jede beliebige Länge haben, solange es alle Anforderungen erfüllt, die in dieser Spezifikation definiert sind."
Für die Praxis wird bisher im Umfeld der Chiphersteller davon ausgegangen, dass bezahlbare Kabel für USB 3.0 unter drei Metern lang sein werden. Bei USB 2.0 sind zwar laut Spezifikation ohne Repeater fünf Meter bei voller Geschwindigkeit möglich, doch aus Kostengründen sind die den Geräten beigelegten Kabel meist unter 2 Metern lang. Auch mit der gegenwärtigen USB-Generationen kommt es für 480 MBit pro Sekunde schon auf Verbindungen von hoher Qualität an.
Genau festgelegt sind für USB 3.0 schon die Stecker und Buchsen. Äußerlich unverändert bleibt nur der flache Stecker vom Typ A, der in die Buchsen an einem PC passt. Seine vier Kontakte auf einer kleinen Platine behält er für die Kompatibilität. Im hinteren Bereich des Steckers sitzen jedoch die vier zusätzlichen Anschlüsse für USB 3.0, die über kleine Federzungen ausgeführt sind. Mit USB 3.0 wird es also wichtig, den Stecker immer bis zum Anschlag in die Buchse zu schieben - sonst wird ein 3.0-Gerät nur als 2.0-fähig erkannt.
Die beiden anderen USB-Stecker, Mini-USB und Typ B, vergrößern sich gegenüber USB 2.0. Dabei sind die Buchsen aber so gestaltet, dass USB-2.0-Stecker in sie hineinpassen. Der Micro-Stecker (landläufig Mini-USB genannt) verbreitert sich dabei aber auf ein Außenmaß von 12,25 Millimetern, so dass er sich schlechter für mobile Geräte eignet.
Will man ein USB-3.0-Gerät an eines mit USB-2.0-Buchsen anschließen, so kann man ein USB-2.0-Kabel verwenden. Dann erreicht aber auch das modernere Gerät nur die als "HiSpeed" bekannten maximal 480 MBit/s oder rund 35 MByte/s brutto. Die Spezifikation 1.0 für USB 3.0 sieht außerdem vor, dass Geräte nach USB 3.0 an Ports nach USB 1.1 (maximal "FullSpeed" mit 12 MBit/s) nicht unbedingt funktionieren müssen. Die Unterstützung von "FullSpeed" und "LowSpeed" (1,5 MBit/s) ist jedoch "zulässig". An Anschlüssen nach USB 2.0 müssen jedoch 3.0-Geräte zwingend arbeiten.
Bisher muss sich ein USB-2.0-Gerät regelmäßig beim Host melden, sonst gilt es als abgesteckt. Dieses "Polling" kostet Strom und senkt durch ständige Übertragung von Statusmeldungen statt Nutzdaten auch Bandbreite. Bei USB 3.0 kann ein Gerät dem Host aber auch melden, dass es derzeit für Datenübertragungen nicht bereit ist, der Host fragt dann nicht weiter. Erst wenn das Gerät selbst wieder Daten übertragen will, teilt es das dem Host mit.
Mobile Geräte können dadurch also ein einen Stand-by-Modus schalten, wenn gerade nichts zu tun ist. Fordert der Host aber Daten an, so kann er das Gerät auch aufwecken. Das regelmäßige Polling ist damit abgeschafft, stattdessen können sowohl Geräte wie Host eine Datenübertragung anstoßen. Fragt der Host nach Daten und das Gerät meldet sich nicht, gilt es wirklich als nicht mehr vorhanden.
Neben dem Einsparen von elektrischer Leistung kann ein USB-3.0-Host aber auch mehr Strom als bisher zur Verfügung stellen: 900 Milliampere pro Port statt bisher 500 Milliampere. Das ist beispielsweise für externe Festplatten wichtig. Deren oft mitgelieferte Y-Adapter verletzten nämlich die USB-Spezifikation. Aktuelle 2,5-Zoll-Platten sind aber so sparsam, dass sie an Ports, die wirklich 500 Milliampere liefern, auch mit einem Anschluss funktionieren.
Wie auch die Kabel werden die Hubs für USB 3.0 deutlich komplexer. Kann man USB-2.0-Hubs inzwischen für ein paar Euro kaufen, so dürfte sich das zumindest anfangs für USB 3.0 erledigt haben. Ein USB-3.0-Hub enthält nämlich neben der Logik für den neuen Standard einen kompletten Hub nach Version 2.0. Dadurch lassen sich 2.0- und 3.0-Geräte mischen, die Übertragungen laufen auf verschiedenen Pfaden ab.
All dieser Aufwand ist nötig, um die Übertragungsgeschwindigkeit von 5 Gigabit pro Sekunde alias "SuperSpeed" zu erreichen - gegenüber USB 2.0 mit 480 MBit/s eine Verzehnfachung. Im Sinne der Kompatibilität hat sich jedoch an den Protokollen auf Softwareebene nur wenig verändert. Daher gibt das USB-IF auch derzeit nur Nettodatenraten von 300 Megabyte pro Sekunde an, und nicht einmal 350 Megabyte pro Sekunde, wie man nach den bisherigen 35 Megabyte pro Sekunde von USB 2.0 erwarten würde.
Aber auch darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, die Spezifikation erwähnt an vielen Stellen, dass noch Erweiterungen möglich sind. Mit den ersten Geräten für USB 3.0 rechnet zudem das USB-IF selbst erst Mitte 2009, und erst im Jahr 2010 soll die Verbreitung der neuen Schnittstelle stark wachsen. Zeit wäre es.
Intels neue "Nehalem"-Architektur hält ab heute offiziell in den Läden Einzug. Einige Online-Shops haben die neuen Prozessoren, welche unter der Marke Core i7 vertrieben werden, bereits in ihr Sortiment aufgenommen.
Anlässlich der Einführung der neuen Chips bildeten sich vor japanischen Elektronikgeschäften am Wochenende teilweise lange Schlangen. Die neuen Core i7 Prozessoren sind die erste Inkarnation von Intels "Nehalem" für den Desktop. Sie sind primär für High-End- und Gaming-Systeme gedacht.
Dementsprechend hoch fallen die Preise zunächst aus. Der Intel Core i7 920, dessen vier Kerne mit 2,67 Gigahertz arbeiten, kostet bei deutschen Online-Händlern ab 280 Euro. Das nächst-schnellere Modell 940 mit 2,93 Gigahertz kostet bereits mindestens 550 Euro. Für das vorläufige Topmodell 965 XE mit 3,2 Gigahertz werden mindestens 980 Euro fällig.
Die neuen CPUs benötigen auch neue Mainboards mit Intels X58-Chipsatz. Sie arbeiten statt FSB mit dem neuen Quick Path Interconnect (QPI), dessen Bandbreite bei den ersten Modellen zwischen 4,8 und 6,3 Gigatransfers pro Sekunde beträgt. Die Fertigung erfolgt im aktuellen 45-Nanometer-Prozess.
Der Level2-Cache ist 4x256 Kilobyte groß, während bei allen Varianten 8 Megabyte Level3-Cache verwendet werden. Die Verlustleistung gibt Intel mit maximal 130 Watt an. Durch neue Stromsparmechanismus sollen die CPUs auf Basis der Nehalem-Architektur die Energie jedoch immerhin etwas effektiver nutzen.
Beim Spitzenmodell 965 XE hat Intel ein besonders interessantes Feature integriert. Der neue Turbo-Modus erlaubt der CPU eine bedarfsorientierte Erhöhung des Multiplikators und somit auch der Taktfrequenz, um kurzfristig mehr Leistung zu liefern. Auf diesem Weg soll die CPU Lastspitzen flexibel bewältigen können, ohne dass dabei Überhitzungs- oder andersartige Probleme auftreten.
Microsoft hat am heutigen Montag sein deutsches Internetportal MSN um einen neuen Dienst erweitert. Damit will das Unternehmen eine werbefinanzierte Internetvideothek aufbauen.
Zum Start stehen bereits 100 Spielfilme und TV-Serien zur Verfügung stehen, darunter "Good Will Hunting", "Blade" und "American History X". Vor dem Start der Wiedergabe muss sich der Nutzer einen kurzen Werbspot gefallen lassen. Erstmals nach zehn Minuten wird das Programm dann für einen weiteren Spot unterbrochen. Pro Stunde werden maximal 12 Minuten Werbung zu sehen sein.
"Wir führen mit diesem Angebot unsere Strategie zu werbefinanzierten Diensten und Inhalten konsequent fort und starten mit der Nowtilus VOD_BOX ein kostenfreies Video-on-Demand-Angebot, das wir nach den Bedürfnissen unserer User ausbauen werden", so Marc Adam, Executive Producer und Director MSN Deutschland. "Das Angebot beinhaltet derzeit mehr als 100 Filme aus den Genres Action, Drama, Thriller, Dokumentationen und Kinderfilme, die zuvor auch schon im Free-TV zu sehen waren – Film und Zeitpunkt können jederzeit vom User selbst gewählt werden."
Microsoft reagiert damit auf die Konkurrenz aus dem Hause Google bzw. YouTube. In der letzten Woche kündigte der Suchmaschinenbetreiber an, ausgewählte Filme und Serien des Filmstudios MGM in voller Länge zeigen zu dürfen. Auch dieses Angebot soll mit Hilfe von Werbung finanziert werden, ist allerdings nur für US-Amerikaner erreichbar. Bei MSN stehen die Videos Nutzern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Verfügung.
Sony kündigt Handy-Kamera-Sensor mit 12 Megapixeln an
Das Rennen um immer höhere Auflösungen von Handykameras nimmt kein Ende. Sony hat nun gar einen CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 12,25 Megapixeln vorgestellt, der 1/2,5 Zoll groß ist.
Sony will den CMOS-Sensor "IMX060PQ" künftig in Kamerahandys verbauen und auch Dritten das Modul anbieten. Ein einzelnes Pixel ist 1,4 Mikron groß, ein Bild des Sensors 4.040 x 3.032 Pixel groß. Bei voller Auflösung lässt sich im Videobetrieb eine Framerate von zehn Bildern pro Sekunde realisieren, bei einer Auflösungshalbierung 20 Bilder pro Sekunde. Bei 720p sollen 30 Bilder pro Sekunde möglich sein, bei 1080p 27 Bilder in der Sekunde.
Darüber hinaus kündigte Sony mit dem 1/3,2 Zoll großen Handy-Kamera-Sensormodul "IMX046PQ" ein CMOS mit 8,11 Megapixeln Auflösung an, das bei 1080p 30 Bilder pro Sekunde liefern soll. Der Dritte im Bunde ist der "IMX045PQ". Dieser Sensor erzielt eine Auflösung von 5,15 Megapixeln und im Videobetrieb bei 1080p 30 Bilder in der Sekunde. Bei 720p sollen es sogar 60 fps sein. Sony will mit den 8- und 5-Megapixel-Typen eine Bildqualität erreichen, die mit der von Digitalkameras aus dem Kompaktsegment vergleichbar ist.
Die Sensoren mit 12 und 5 Megapixeln kommen ab März 2009 auf den Markt, teilte Sony mit. Das 8-Megapixel-Modell soll noch im November 2008 erscheinen. Das ebenfalls angekündigte Optikmodul IU060F mit eingebautem 12-Megapixel-Sensor arbeitet mit einer Brennweite von 28 mm (KB) und einer Anfangsblendenöffnung von F2,8. Das Modul soll erst im September 2009 erscheinen.
Das Optikmodul IU046F mit dem 8-Megapixel-Sensor erreicht eine Brennweite von 32 mm (KB). Hier wird als Erscheinungsdatum Februar 2009 ins Auge gefasst.
Der Sicherheitsdienstleister AVG musste im Laufe des Wochenendes ein Update für seine gleichnamigen AntiVirus-Lösungen veröffentlichen, nachdem ein Fehler bei einigen Versionen zur Löschung einer wichtigen Windows-Systemdatei geführt hatte.
AVG hatte aufgrund einer fehlerhaften Signaturdatei die Systemdatei User32.dll fälschlicherweise als Trojaner identifiziert. Das Programm warnte in einem solchen Fall den Anwender und fragte dessen Zustimmung zur Löschung der angeblich schädlichen Datei an.
Stimmte der Nutzer der Löschung tatsächlich zu, war es entweder nicht mehr möglich den jeweiligen Rechner neu zu starten, oder der Computer startet in einer Endlosschleife ständig erneut. Das Problem betraf offenbar nur PCs mit Windows XP. AVG bestätigte den Fehler umgehend und begann mit der Auslieferung eines Updates zur Behebung.
AVG bietet Nutzern, deren System nach einer Löschung der betroffenen Datei nicht mehr einsatzfähig ist, ein Hilfswerkzeeug an, das auf CD gebrannt wird. Mit dieser Boot-CD soll der Fehler mit wenig Aufwand beseitigt werden können.
Wie der Softwarehersteller inzwischen mitteilte, ist die deutschsprachige Ausgabe von AVG AntiVirus nicht betroffen. Dies gilt sowohl für die kostenpflichtige, als auch die kostenlose Version. Dem Unternehmen zufolge sind nur die folgenden Sprachversionen unter Windows XP anfällig: Holländisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch.
AMD kann dem Konkurrenten Nvidia dank seiner neuen Grafikprozessoren Marktanteile abnehmen. Dies bestätigt ein jetzt veröffentlichter Bericht der Marktbeobachter von Jon Peddie Research (JPR). Die Erwartungen seien in jeder Hinsicht übertroffen worden.
Mit der ATI Radeon HD 4000 Serie sei es dem Hersteller gelungen, die Prognosen der Marktforscher in jeder Hinsicht zu schlagen, so JPR. Durch die aggressive Preisgestaltung bei dennoch solider Leistung sei der Marktanteil innerhalb eines Quartals von 35 auf 40 Prozent gesprungen.
Außerdem habe AMD/ATI dadurch massiven Druck auf Nvidia ausüben können, was den Konkurrenten schließlich zu Preissenkungen bei der neuen GTX 200 Serie zwang, heißt es in dem Bericht weiter. Nvidia hatte die Preise der neuen Grafikkarten GTX 260 und GTX 280 nur wenige Wochen nach ihrer Einführung ein gutes Stück nach unten korrigiert.
Insgesamt schlagen sich der Trend zu Notebooks mit integrierter Grafik und die weltweiten Wirtschaftsprobleme auch im Grafikkartenmarkt nieder. So stieg die Zahl der verkauften AddOn-Grafikkarten zwar in den letzten Monaten wieder kräftig an, sie liegt aber über 15 Prozent unter dem Vorjahr. Die Zahl aller verkauften Grafikchips nahm im letzten Quartal immerhin 17,8 Prozent zu.
Sie verfügt über so viel internen Speicher wie zwei C64-Heimcomputer, passt sich per Zusatzsensor automatisch an unterschiedliche Oberflächen an und gelegentlich ist ein Firmwareupdate fällig: Mit der Kone-Maus bietet der Hamburger Hersteller Roccat ein Highend-Eingabegerät für Profispieler an.
Das kann sonst keine Maus: Am neuen Eingabegerät von Roccat darf der Nutzer fünf Multicolor-Leuchtdioden eine von 38 Farben verpassen. Wer mag, lässt die Lichter auch langsam von Gelb über Rosa bis hin zu Dunkelblau durch den Regenbogen rotieren. Dieses Feature ist allerdings nur ein Gag, denn im Grunde handelt es sich bei der immerhin rund 70 Euro teuren Kone um ein Eingabegerät, das zwar auch im Büroalltag Eindruck macht - dessen Möglichkeiten sich aber eigentlich an fortgeschrittene PC-Spieler richten. Die können die farbigen Lichter übrigens deaktivieren. Die nur in einer Version für Rechtshänder erhältliche Kone ist das erste Produkt des Hamburger Unternehmens Roccat. Außerdem erhältlich ist ein Highend-Mauspad mit Nano-Beschichtung für rund 15 Euro, später sollen Produkte wie Gamingtastaturen dazukommen.
Die Kone-Maus funktioniert auch mit den Standardtreibern von Windows - dann wird sie wie jede andere PC-Maus per USB angeschlossen und verrichtet einfach ihren Dienst. Wer maximale Leistung möchte, muss allerdings die regelmäßig aktualisierte Treibersoftware für Windows XP und Vista installieren. Und erlebt danach womöglich eine Überraschung, wenn gegebenenfalls die Firmware aktualisiert wird. Im Inneren der Kone verbirgt sich ein 128 KByte großer Speicher - Standardmäuse verfügen meist über circa 8 KByte. Dort lassen sich neben der Firmware auch bis zu fünf Profile mitsamt Makros ablegen, die aus bis zu 512 einzelnen und parallelen Tastaturbefehlen, abrufbar über jede der acht Maustasten, bestehen können. Makros mit bis zu 20 Aktionen funktionieren auch ohne Treiber an jedem anderen PC - perfekt etwa bei Rechnerwechseln während Multiplayer-Turnieren. Schade allerdings: Roccat liefert keine speziell an bestimmte Spiele angepassten Makros oder Profile mit, und auch über die Webseite ist so etwas nicht erhältlich.
Die Kone liest Bewegungen mit einer echten 3.200-dpi-Auflösung ein. Ein besonderer Clou ist ein neben dem Laser eingebauter zweiter Sensor, der die Oberfläche von Tisch oder Mauspad analysiert und das Eingabegerät entsprechend darauf kalibriert. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass die Kone auf stark spiegelnden Oberflächen besser zurechtkommt als Konkurrenzmodelle. Außerdem verfügt das Gerät über eine Reaktionszeit von 1 ms, eine Abfragerate von 1.000 Hz und wechselt bequem durch Auflösungen von 800 bis 3.200 dpi.
An der Unterseite befindet sich eine Art Behälter, mit dem Spieler das Gewicht ihrer Maus unkompliziert individuellen Wünschen anpassen können. Das System besteht aus je einem 5 g, 10 g, 15 g und 20 g schweren Gewicht; der Treiber zeigt automatisch an, welches aktuell fixiert ist.
Fazit:
Roccat erfindet mit der Kone die Maus nicht neu. Doch dank des superpräzisen Eingabeverhaltens, mit den nahezu perfekten Tastendruckpunkten und insbesondere mit dem haptisch erstklassigen Mausrad gelingt es tatsächlich, Begeisterung im PC-Spielealltag von der Hardwareseite aus aufkommen zu lassen. Auch die Software, die deutlich mehr ist als ein simpler Treiber, ist gelungen. Das gilt sowohl für Kontrolle über technische Interna, etwa die fein einstellbare Mouse-Beschleunigungsfunktionen, als auch für Makros und Profile. 70 Euro sind viel Geld, aber Profispieler sollten der Kone eine Chance geben.